Yuske Imai
Verortet zwischen Körper, Landschaft, Architektur und Organismus, scheinen weder Elemente noch Strukturen einer einzelnen Kategorie eindeutig anzugehören. Zellen, Pflanzen, Tiere, menschliche Körper, Landschaften oder gar technische Gebilde? Das Organische schmeichelt unserem gewohnten Blick, läßt ihm jedoch genügend Raum, um ihn auch ins Künstliche abdriften zu lassen – beide Zustände gehen hier scheinbar nahtlos ineinander über (...)
Sebastian Menzke
"Licht ist meine Lieblingsfarbe!" – Ein Satz wie eine Liebeserklärung an das Flüchtige selbst. Seit Jahrtausenden versuchen Künstlerinnen und Künstler, dieser Vergänglichkeit eine Gestalt zu verleihen, dem Unbegreiflichen eine räumliche Ordnung abzuringen und Licht zu malen, das sich doch jeder festen Form entzieht. Heute wissen wir, dass das, was wir gemeinhin als Licht bezeichnen, eigentlich elektromagnetische Strahlung ist (...)
Marco Schwalbe
Als Ray Kurzweil 1999 in The Age of Spiritual Machines schrieb, „The purposeful destruction of information is the essence of intelligent work“, formulierte er, weit über den Kontext künstlicher Intelligenz hinaus, ein Prinzip, das sich sowohl auf das menschliche Denken als auch auf die künstlerische Praxis übertragen lässt. Intelligenz entsteht nicht durch die maximale Anhäufung von Information, sondern durch ihre Reduktion: durch Auswahl, Filterung und Transformation. Bedeutung entsteht dort, wo ein Signal aus dem Rauschen herausgelöst wird.
Kirill Muza
Das Auge gewöhnt sich an die Schwere, wenn sie von Geburt an den Horizont bestimmt. Wer in den 1990er-Jahren in Dnipro aufwächst – einem der mächtigsten Industrie- und Technologiezentren der zentralen Ukraine – startet sein Leben zwischen Plattenbauten, massiven Stahlbetonstrukturen und der verblassten Monumentalität post-sowjetischer Architektur. Diese Schwere repräsentiert das visuelle Rauschen des Alltags und prägt die Menschen, die mit und ihr leben.